
Inhalt14 Abschnitte
- Was eine Haferkur genau ist
- Was in der Haferkur steckt
- Was die Studien zur Haferkur zeigen
- Der kostenlose Coach in fünf Minuten
- Haferkur vorbereiten: Einkauf und Timing
- Haferkur Anleitung: Mengen, Mahlzeiten, Getränke
- Die drei Tage der Haferkur im Ablauf
- Was die Waage zeigt und warum das kaum Fett ist
- Die häufigsten Fehler bei der Haferkur
- Was eine Haferkur kostet
- Wie es nach der Kur weitergeht
- Für wen eine Haferkur nicht geeignet ist
- Häufige Fragen
- Quellen
Die Haferkur ist eine der ältesten Ernährungsideen, die heute noch angewendet werden. Das Prinzip ist denkbar einfach: 2 bis 3 Tage lang gibt es fast nur Haferflocken, dazu Wasser, Tee, viel Gemüse und ein wenig Obst. Kein Brot, kein Fleisch, keine Süßigkeiten, kein Alkohol. Danach ist Schluss, und genau das macht sie für viele attraktiv.
Auf dieser Seite steht die komplette praktische Anleitung: Einkauf, Mengen, Mahlzeiten, Ablauf der drei Tage, was die Waage zeigt, die häufigsten Fehler, die Kosten und der Plan für danach. Die Forschung fassen wir nur kurz zusammen, ausführlich steht sie auf der Seite Hafertage und Haferkur in der Wissenschaft.
Was eine Haferkur genau ist
Eine Haferkur ist ein kurzer, stark kalorienreduzierter Block, in dem Haferflocken die Basis aller Mahlzeiten bilden. Klassisch sind es 2 bis 3 aufeinanderfolgende Tage mit drei Hafermahlzeiten. Alles andere ist Beiwerk: Gemüse, wenig Obst, Kräuter, kalorienfreie Getränke.
Die Idee stammt vom Internisten Carl von Noorden, der Anfang des 20. Jahrhunderts in Frankfurt am Main und Wien arbeitete. Er setzte die Haferkur bei Diabetes ein, zu einer Zeit, in der es noch kein Insulin gab und die Ernährung fast das einzige Werkzeug war. Nach der Einführung der Insulintherapie geriet die Kur in Vergessenheit und wird seit einigen Jahrzehnten in abgewandelter, fettarmer und pflanzlicher Form wieder genutzt.
Haferkur, Hafertage und Hafer-Reset sind nicht dasselbe
Die Begriffe werden im Netz durcheinandergeworfen, gemeint sind aber drei sehr verschiedene Dinge. Wer das trennt, spart sich viel Frust, weil die Erwartungen dann zum Konzept passen.
| Merkmal | Haferkur als Block | Einzelne Hafertage | Hafer-Reset |
|---|---|---|---|
| Dauer | 2 bis 3 Tage am Stück | 1 bis 2 feste Tage pro Woche, dauerhaft | mehrere Wochen bis Monate |
| Kalorien | sehr niedrig, ca. 800 bis 1.100 kcal | an den Hafertagen niedrig, sonst normal | moderates Defizit, individuell berechnet |
| Eiweiß | gering, ca. 30 bis 40 g am Tag | an Hafertagen gering | hoch, oft 1,6 g pro kg Körpergewicht |
| Ziel | Einstieg, Reset des Essverhaltens, Stoffwechselwerte | Routine im Alltag | Fett verlieren und Muskeln halten |
| Mehr dazu | diese Seite | Hafertage im Alltag | die Methode |
Wenn du lieber zwei feste Hafertage pro Woche in deinen Alltag einbaust, statt einen Block zu machen, gehört das Thema auf die Seite Hafertage. Und wenn du dauerhaft abnehmen willst, rechnest du Bedarf und Defizit im Plan-Rechner aus.
Was in der Haferkur steckt
Haferflocken sind Vollkorn. Beim Flockieren wird das ganze Korn samt Randschichten gedämpft und gewalzt, deshalb bleiben Ballaststoffe, Mineralstoffe und Vitamine weitgehend erhalten. Der Bundeslebensmittelschlüssel BLS 4.0 des Max Rubner-Instituts nennt für 100 g Haferflocken diese Werte:
Für einen Kurtag mit 250 g Haferflocken bedeutet das rund 870 kcal, etwa 33 g Eiweiß und knapp 28 g Ballaststoffe. Mit dem Gemüse liegst du damit über dem DGE-Referenzwert von mindestens 30 g Ballaststoffen pro Tag. Erwachsene in Deutschland kommen im Mittel nur auf 18 bis 19 g. Daher rührt ein guter Teil der Verdauungsbeschwerden, über die Einsteiger klagen.
Der interessanteste Ballaststoff im Hafer ist Beta-Glucan. Er ist löslich, bildet mit Wasser eine zähe, gelartige Masse, verlangsamt die Magenentleerung und bindet im Darm Gallensäuren. Nach Angaben der Verbraucherzentrale liefern rund 70 g Haferflocken etwa 3 g Beta-Glucan. Mit 250 g an einem Kurtag landest du rechnerisch bei etwa 10 g, also weit über der Menge, an die die zugelassenen Gesundheitsaussagen geknüpft sind.
Was die Studien zur Haferkur zeigen
Die Forschung zur Haferkur ist überschaubar. Eine Mannheimer Pilotstudie von 2008 an 14 Menschen mit Typ-2-Diabetes und starker Insulinresistenz fand nach 2 Hafertagen einen deutlich niedrigeren mittleren Blutzucker und einen um gut 40 % geringeren Insulinbedarf, allerdings ohne Kontrollgruppe und in der Klinik. Die bislang beste Arbeit kommt 2026 aus Bonn: In einer randomisierten, kontrollierten Studie an Menschen mit metabolischem Syndrom lag das LDL-Cholesterin nach 2 Tagen mit 300 g Haferflocken rund 10 % niedriger als in einer ebenfalls kalorienreduzierten Vergleichsgruppe ohne Hafer, und der Effekt war 6 Wochen später noch messbar. Als Mechanismus fanden die Forschenden Abbauprodukte des Hafers, die Darmbakterien herstellen. Wichtig für die Einordnung: Die Gruppen waren klein, die Teilnehmenden hatten alle einen gestörten Stoffwechsel, und für einen Abnehmvorteil über das Kaloriendefizit hinaus gibt es keinen Beleg. Alle Studien im Detail, mit Zahlen und Schwächen, findest du auf der Seite Hafertage und Haferkur in der Wissenschaft.
Alles zu Sorten, Verarbeitung, glykämischem Index und Kaufberatung steht auf der Seite Haferflocken: Kalorien, Nährwerte und Wirkung.
Der kostenlose Coach in fünf Minuten
Bevor du loslegst: So sieht der kostenlose Coach von innen aus. Er rechnet dir die Mengen aus, zählt den Tag mit und wertet die Woche aus.
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Haferkur vorbereiten: Einkauf und Timing
Eine Haferkur scheitert selten am Hafer und fast immer an der Planung. Wer am Montagmorgen entscheidet, dass er heute anfängt, steht mittags vor einem leeren Kühlschrank und abends beim Bäcker. Nimm dir deshalb den Abend davor 20 Minuten Zeit.
Der Einkaufszettel für 3 Tage
- 750 g Haferflocken, zart oder kernig, ohne Zusätze. Kernige quellen langsamer und sättigen viele besser, zarte kochen schneller zu cremigem Brei.
- 1 bis 1,5 kg Gemüse, frisch oder tiefgekühlt, etwa Brokkoli, Zucchini, Paprika, Möhren, Blumenkohl oder Spinat.
- Rohkost für zwischendurch, etwa Gurke, Tomaten, Stangensellerie oder Möhren.
- 300 bis 400 g wasserreiches Obst, zum Beispiel Beeren, Apfel, Melone oder Pfirsich.
- Gemüsebrühe, am besten fettarm oder selbst angesetzt, als Kochflüssigkeit für die herzhaften Mahlzeiten.
- Gewürze: Zimt, Kurkuma, Paprikapulver, Pfeffer, frische Kräuter, Jodsalz.
- Optional ein kleines Fläschchen Raps- oder Olivenöl für maximal 1 Esslöffel am Tag.
Such dir Tage aus, an denen du nicht schwer trainierst und keine Geschäftsessen hast. Viele legen die Kur auf Freitag bis Sonntag oder auf zwei Homeoffice-Tage. Koche vor, wenn du außer Haus bist: kalter Haferbrei mit Beeren funktioniert im Schraubglas gut.
Das kommt auf den Teller
- 200 bis 300 g Haferflocken, Haferkleie oder Haferflocken ohne Zusätze pro Tag
- Wasser, ungesüßter Tee und schwarzer Kaffee, mindestens 1,5 bis 2 l am Tag
- Fettarme Gemüsebrühe als Kochflüssigkeit
- Reichlich Gemüse und Salat, auch roh als Snack zwischendurch
- Wasserreiches Obst in kleiner Menge, etwa Beeren, Apfel oder Melone
- Ungesüßter Pflanzendrink oder etwas Magerquark, wenn du die gelockerte Variante machst
- Kräuter, Zimt, Pfeffer, eine Prise Jodsalz
- Höchstens 1 Esslöffel Öl am Tag für die herzhafte Zubereitung
Das bleibt in diesen Tagen weg
- Fertige Instant-Porridges mit Zucker, Müslimischungen, Granola und Knuspermüsli
- Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln und anderes Getreide
- Fleisch, Wurst, Fisch, Käse, Eier
- Nüsse, Nussmus, Avocado, Butter und Sahne
- Zucker, Honig, Sirup, Marmelade und Süßspeisen
- Saft, Limonade, Smoothies und Alkohol
- Sehr süße Früchte wie Banane oder Trauben in größeren Mengen
- Alle Supplemente, die dir niemand erklärt hat
Haferkur Anleitung: Mengen, Mahlzeiten, Getränke
Der Fachverband diabetesDE nennt für Hafertage 200 bis 300 g Haferprodukte pro Tag, verteilt auf drei Mahlzeiten. Daran orientieren sich die meisten aktuellen Anleitungen. Die strenge historische Form arbeitete mit dreimal etwa 75 g, gekocht in Wasser oder Brühe.
Teile deine Tagesmenge durch drei und wiege die Portionen ab, statt zu schätzen. Haferflocken sind sehr leicht: 75 g sehen nach wenig aus und ergeben gekocht eine große Schüssel. Wer nach Gefühl schüttet, landet schnell bei 400 g am Tag.
Die drei Mahlzeiten
Süß am Morgen. Haferflocken mit der zwei- bis dreifachen Menge Wasser oder ungesüßtem Pflanzendrink aufkochen, mit Zimt würzen und mit einer Handvoll Beeren servieren. Wer die gelockerte Variante macht, rührt einen Löffel Magerquark oder Skyr unter, das hebt das Eiweiß spürbar an.
Herzhaft am Mittag. Haferflocken in fettarmer Gemüsebrühe zu einem Risotto-artigen Brei kochen, kleingeschnittenes Gemüse mitgaren, mit Kräutern und Kurkuma abschmecken. Das bricht die Süß-Monotonie, an der die meisten Kuren scheitern.
Herzhaft am Abend. Dieselbe Basis als Pfanne, mit einem Teelöffel Öl angebraten, dazu viel Gemüse und ein großer Salat. Wer abends wenig Hunger hat, verschiebt einen Teil der Hafermenge auf den Mittag.
Trinken ist kein Nebenschauplatz. Ballaststoffe binden Wasser, und wer die Menge plötzlich fast verdoppelt, ohne mehr zu trinken, bekommt Blähungen oder Verstopfung. Mindestens 1,5 bis 2 l kalorienfreie Getränke am Tag sind Pflicht, über den Tag verteilt.
- Frühstück320 kcal
80 g zarte Haferflocken in Wasser gekocht, mit Zimt und 100 g Heidelbeeren
- Getränk0 kcal
Großes Glas Wasser und ungesüßter Grüntee
- Mittag350 kcal
85 g Haferflocken in fettarmer Gemüsebrühe mit 200 g Brokkoli und Möhren, gewürzt mit Kurkuma und Pfeffer
- Rohkost25 kcal
150 g Gurke und Kirschtomaten, dazu Wasser
- Abend390 kcal
85 g Haferflocken als Pfanne mit 1 Teelöffel Rapsöl, 200 g Zucchini und Paprika, dazu großer Blattsalat
- Ausklang0 kcal
Ungesüßter Kräutertee, keine weitere Mahlzeit
Dieser Tag liefert rund 1.080 kcal, etwa 38 g Eiweiß und deutlich über 30 g Ballaststoffe. Die Eiweißmenge ist der wunde Punkt der klassischen Haferkur: Sie liegt unter dem, was Erwachsene laut DGE-Referenzwert von 0,8 g pro kg Körpergewicht brauchen, und weit unter dem, was Muskelerhalt in einem Defizit erfordert. Für 2 bis 3 Tage ist das unkritisch, für Wochen wäre es das nicht. Wer Wert auf Muskeln legt, nimmt die gelockerte Variante mit Skyr, Magerquark oder ungesüßtem Sojadrink.
Wie viel Eiweiß im Defizit nötig ist, damit die Muskeln bleiben, und warum das ab 50 besonders zählt, steht in Eiweiß beim Abnehmen ab 50.
Die drei Tage der Haferkur im Ablauf
Die Kur fühlt sich an jedem Tag anders an. Wenn du weißt, was kommt, hältst du das Tief am ersten Nachmittag leichter aus.
- Abend davorVorbereiten
Einkauf steht, Hafer ist abgewogen, Termine sind entschärft. Die letzte normale Mahlzeit darf normal sein, ein Abschiedsessen brauchst du nicht.
- Tag 1Der Umstieg
Drei Haferportionen, viel trinken. Nachmittags spüren viele ein Loch. Kopfschmerzen und Müdigkeit sind typisch, weil Kalorien, Zucker, oft auch Koffein und Salz gleichzeitig sinken.
- Tag 2Der ruhigste Tag
Der Hunger ist meist kleiner als am Vortag, die Routine ist da. Die Waage zeigt morgens oft schon 1 bis 1,5 kg weniger. Das ist Wasser, kein Fett.
- Tag 3Optional
Wer sich gut fühlt, hängt den dritten Tag an. Wer schlapp ist, schwindelig wird oder nicht schlafen kann, hört nach zwei Tagen auf. Das ist kein Scheitern.
- Tag 4Der Ausstieg
Zurück zu normalen Mahlzeiten in normaler Menge. Eiweiß und Gemüse zuerst, kein Belohnungsessen. Bewegung ja, schweres Training erst wieder, wenn Kraft und Konzentration zurück sind.
- Tag 8 bis 10Bewerten
Erst jetzt lohnt der Blick auf die Waage. Der Wochenschnitt zeigt, was von der Kur übrig geblieben ist und was Wasser war.

Was die Waage zeigt und warum das kaum Fett ist
Nach 2 Hafertagen zeigt die Waage häufig 1 bis 2 kg weniger. Das klingt spektakulär und ist es auch, nur eben nicht als Fettverlust. Rechne nach: Bei einem Tagesbedarf um 2.400 kcal und einer Kur mit rund 1.000 kcal entsteht ein Defizit von etwa 1.400 kcal pro Tag. Über 2 Tage sind das 2.800 kcal. Ein Kilogramm Körperfett entspricht grob 7.000 kcal. Rechnerisch bleiben also rund 400 g Fett.
Typische Anzeige nach 2 Hafertagen, Fettanteil gerechnet aus rund 1.400 kcal Defizit pro Tag und etwa 7.000 kcal je kg Körperfett. Eigene Rechnung.
Der Rest ist leicht erklärt. Dein Körper speichert Kohlenhydrate als Glykogen in Leber und Muskeln, und jedes Gramm Glykogen bindet etwa 3 g Wasser. Bei stark reduzierter Zufuhr leeren sich diese Speicher, das Wasser geht mit. Dazu kommt weniger Darminhalt. Sobald du wieder normal isst, füllen sich die Speicher, und 1 bis 2 kg sind in wenigen Tagen zurück.
Das ist kein Argument gegen die Haferkur, aber eines gegen falsche Erwartungen. Tägliche Schwankungen von 0,5 bis 1,5 kg sind auch ohne Kur normal. Beim Wiegen gilt deshalb: täglich messen, nur den 7-Tage-Schnitt bewerten.
Die häufigsten Fehler bei der Haferkur
- Nicht abwiegen. Haferflocken sind das am leichtesten unterschätzte Lebensmittel überhaupt. Eine großzügige Schüssel kann leicht 120 g fassen. Küchenwaage auf die Arbeitsplatte, fertig.
- Zu wenig trinken. Fast 30 g Ballaststoffe ohne zusätzliche Flüssigkeit ergeben einen unangenehmen Bauch. Wer normalerweise wenig Ballaststoffe isst, sollte die Menge am ersten Tag eher am unteren Ende ansetzen.
- Heimlich anreichern. Ein Löffel Nussmus, eine halbe Avocado, ein Schuss Sahne in den Kaffee: Jede dieser Kleinigkeiten bringt 100 bis 200 kcal und hebelt das Konzept aus.
- Fertigprodukte kaufen. Instant-Porridges, Müsliriegel und gezuckerte Haferdrinks haben mit einer Haferkur nichts zu tun.
- Hart trainieren. Bei 1.000 kcal hat niemand die Energie für schweres Krafttraining oder lange Läufe. Spaziergänge, leichte Mobilität und Alltagsbewegung passen, mehr nicht.
- Zu lange machen. Aus 3 Tagen werden schnell 7, weil die Waage so schön fällt. Dann kippt die Sache in eine einseitige Hungerdiät mit zu wenig Eiweiß.
- Ohne Anschlussplan aufhören. Der häufigste Fehler von allen, deshalb steht dazu unten ein eigener Abschnitt.
- Medikamente unverändert weiternehmen. Blutzuckermedikamente gehören vorher ärztlich besprochen.
Was eine Haferkur kostet
Haferflocken sind eines der günstigsten Grundnahrungsmittel im Supermarkt. Eigenmarken kosten aktuell um 0,79 bis 0,95 Euro pro 500-g-Packung, Markenware wie Kölln etwa 1,69 Euro. Für die Kur reicht die Eigenmarke.
| Posten | Menge pro Tag | Kosten pro Tag |
|---|---|---|
| Haferflocken, Eigenmarke | 250 g | ca. 0,40 Euro |
| Gemüse, frisch oder tiefgekühlt | 400 bis 500 g | ca. 1,00 bis 1,50 Euro |
| Obst, wasserreich | 100 bis 150 g | ca. 0,50 bis 1,00 Euro |
| Brühe, Öl, Gewürze | kleine Mengen | ca. 0,20 Euro |
| Summe | ein voller Kurtag | ca. 2,10 bis 3,10 Euro |
Die Haferkosten sind belastbar, die Preise für Obst und Gemüse schwanken nach Saison und Einkaufsort, deshalb stehen dort Spannen. Eine dreitägige Kur landet damit bei etwa 7 bis 9 Euro. Das ist einer der wenigen echten Vorteile gegenüber Formula-Produkten und Shake-Kuren.
Wie es nach der Kur weitergeht
Hier entscheidet sich, ob die drei Tage etwas gebracht haben. Eine Haferkur verändert dein Essverhalten nicht von selbst. Sie kann eine Zäsur setzen und den Geschmack für Süßes zurückstellen. Mehr nicht.
Steige deshalb geplant aus. Am ersten Tag danach isst du drei normale Mahlzeiten in normaler Menge, mit einer Eiweißquelle und Gemüse in jeder. Kein Belohnungsessen. Ein sehr fettreiches Essen direkt nach einer fettarmen Phase liegt vielen schwer im Magen.
Danach brauchst du eine Richtung. Die naheliegende ist ein moderates, berechnetes Defizit über Wochen, mit genug Eiweiß, damit du Fett verlierst und nicht Muskeln. Genau dafür ist der Hafer-Reset gedacht: Hafer bleibt die Basis, aber kombiniert mit Skyr, Quark oder Whey, bei einem Defizit, das du durchhalten kannst. Deine Zahlen berechnest du im Plan-Rechner, die passenden Gerichte stehen bei den Rezepten. Wenn du den Weg nicht allein gehen willst, kannst du dich beim Mitmachen anschließen und dein Gewicht mitverfolgen.
Die zweite Möglichkeit sind wiederkehrende Hafertage im Alltag, etwa ein oder zwei feste Tage pro Woche. Das ist alltagstauglicher als ein Block, weil du nie lange am Stück verzichtest. Wie das aussieht, steht auf der Seite Hafertage.
Für wen eine Haferkur nicht geeignet ist
Eine Kur mit 800 bis 1.100 kcal ist keine Kleinigkeit. Für gesunde Erwachsene sind 2 bis 3 solche Tage in aller Regel unproblematisch, für andere sind sie es nicht.
Wer sehr schnell abnimmt, erhöht außerdem sein Risiko für Gallensteine. Bei 2 bis 3 Tagen ist das kein relevantes Thema, wohl aber, wenn du Kuren aneinanderreihst. Wann ärztlicher Rat nötig ist, steht im medizinischen Hinweis.
Wo die Haferkur im Gesamtbild steht, zeigt der Hafer-Reset im Überblick.
Häufige Fragen
Wie viele Haferflocken esse ich an einem Kurtag?
Üblich sind 200 bis 300 g pro Tag, aufgeteilt auf drei Mahlzeiten. Die strenge historische Form arbeitete mit dreimal etwa 75 g. Wiege die Menge ab, geschätzte Portionen liegen fast immer zu hoch.
Wie lange darf eine Haferkur dauern?
Klassisch sind 2 bis 3 Tage am Stück. Länger ist nicht sinnvoll, weil zu wenig Eiweiß und zu wenige Kalorien geliefert werden. Wer regelmäßig Hafertage will, macht sie lieber einzeln und wiederkehrend.
Wie viel nimmt man in 3 Tagen ab?
Die Waage zeigt oft 1 bis 2 kg weniger. Rechnerisch sind davon nur etwa 400 bis 600 g Fett, der Rest ist Wasser aus den Glykogenspeichern und Darminhalt und kommt nach der Kur zurück.
Darf ich während der Haferkur Kaffee trinken?
Ja, schwarzer Kaffee und ungesüßter Tee sind erlaubt. Milch, Sahne, Zucker und Sirup nicht. Wenn du sonst viel Koffein trinkst, reduziere es nicht gleichzeitig, sonst verstärkst du die Kopfschmerzen am ersten Tag.
Was ist der Unterschied zwischen Haferkur und Hafer-Reset?
Die Haferkur ist ein sehr kalorienarmer Block von 2 bis 3 Tagen mit wenig Eiweiß. Der Hafer-Reset läuft über Wochen mit moderatem, berechnetem Defizit und hohem Eiweißanteil und zielt auf Fettverlust bei Muskelerhalt.
Kann ich eine Haferkur mit Diabetes machen?
Nur nach ärztlicher Absprache. Der Blutzucker sinkt oft schnell, und bei Insulin oder Sulfonylharnstoffen muss die Dosis angepasst werden. In den Studien geschah das unter engmaschiger Kontrolle.
Quellen
- Klümpen L et al.: Cholesterol-lowering effects of oats induced by microbially produced phenolic metabolites in metabolic syndrome, Nature Communications 2026
- Universität Bonn: Zwei Tage Haferflocken senken Cholesterinspiegel, Pressemitteilung 2026
- Lammert A et al.: Clinical benefit of a short term dietary oatmeal intervention in patients with type 2 diabetes and severe insulin resistance, Exp Clin Endocrinol Diabetes 2008
- Storz MA, Küster O: Hypocaloric, plant-based oatmeal interventions in the treatment of poorly-controlled type 2 diabetes, Nutrition and Health 2019
- diabetesDE: Alles über Hafertage, Mengen und Zubereitung
- Deutsche Diabetes Gesellschaft: Hafertage, alles nur Hokuspokus?
- Max Rubner-Institut: Bundeslebensmittelschlüssel BLS 4.0, 2025
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Ausgewählte Fragen und Antworten zu Ballaststoffen
- Verbraucherzentrale: Haferflocken regelmäßig essen, sind Haferflocken gesund?
- Verordnung (EU) Nr. 1160/2011 über gesundheitsbezogene Angaben, Hafer-Beta-Glucan
- Verordnung (EU) Nr. 432/2012, Liste zulässiger gesundheitsbezogener Angaben
- Supermarktcheck: Haferflocken im Sortiment von Aldi Süd, Preisübersicht
Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Vorerkrankungen oder Medikamenten bitte vor einer Ernährungsumstellung ärztlich abklären.