Gewichtsverlauf
Tageswerte schwanken durch Wasser und Salz. Entscheidend ist der 7-Tage-Schnitt.
Start am 17.09.2026. Ab dem ersten Wiegen erscheint hier die Kurve.
Warum ich das mache
Ich bin Alex, 53, trainiere regelmäßig Bodybuilding und habe trotzdem 18 Kilo zu viel auf den Rippen. Offenbar reicht es nicht, Hanteln zu bewegen, man sollte auch mal die Gabel hinlegen. Ab dem 17.09.2026 steht deshalb jeden Morgen mein Gewicht hier, auch an den Tagen, an denen ich es lieber verstecken würde.
Vor Jahren habe ich schon einmal eine Diät öffentlich dokumentiert. Daraus sind eine Community und ein Buch entstanden. Was ich damals gelernt habe: Wenn andere mitlesen, bleibe ich ehrlicher zu mir selbst. Und ich bin nicht allein, wenn eine Woche mal schlecht läuft.
Deshalb mache ich den Hafer-Reset nicht im stillen Kämmerlein, sondern hier. Jeden Morgen kommt ein Wert dazu, und jede Woche schaue ich nüchtern auf die Zahlen. Du siehst auch die Tage, an denen die Waage nach oben geht.
Was ich aus meiner ersten öffentlichen Diät mitnehme
Die wichtigste Lehre von damals ist nicht eine Zahl, sondern ein Gefühl: Die Waage ist launisch, und wer sich von jedem Morgen treiben lässt, gibt irgendwann frustriert auf. Deshalb setze ich diesmal von Anfang an auf den 7-Tage-Schnitt und auf klare Regeln, die ich vorher aufschreibe.
- Offenheit hilft. Wenn ich weiß, dass morgen ein Eintrag fällig ist, esse ich heute bewusster.
- Einfach schlägt perfekt. Ein Plan, den ich ohne Nachdenken umsetzen kann, trägt mich durch stressige Tage.
- Das Danach zählt. Die eigentliche Arbeit beginnt, wenn die Diät vorbei ist. Den Übergang plane ich diesmal von Anfang an mit.
Meine Ausgangslage
- Ich trainiere regelmäßig Bodybuilding, 3 bis 4 mal pro Woche für etwa 30 Minuten: schwere Gewichte, wenige Sätze.
- Ich habe ordentlich Muskelmasse. Deshalb sagt mein BMI wenig darüber, wie viel Fett wirklich runter muss.
- Mein Startgewicht steht ab dem ersten Morgen im Tracker. Vorher schreibe ich keine Zahl hin, die ich dann doch nicht am 17.09. gemessen habe.
- Mein Ziel: 18 Kilo weniger, Muskeln und Kraft möglichst behalten. Die habe ich mir schließlich nicht zum Spaß antrainiert.
Gerade das Alter spielt für meinen Plan eine Rolle. Ab 50 geht Muskelmasse ohne Gegensteuern langsam verloren, und im Kaloriendefizit verliert der Körper ohnehin nicht nur Fett. Oft wird die Faustregel zitiert, dass etwa ein Viertel der Abnahme fettfreie Masse ist. Eine Übersichtsarbeit von Heymsfield und Kollegen (2014) zeigt, dass dieser Anteil stark von Ausgangslage, Tempo und Training abhängt. Genau diese Stellschrauben will ich nutzen. Deshalb sind Eiweiß und Training bei mir nicht verhandelbar.
Mein Tagesplan
So sieht mein Tag aus. Die Uhrzeiten verschieben sich je nach Arbeit und Training, das Grundgerüst bleibt.
- Frühstückca. 490 kcal
Whey-Shake mit 300 ml Mandelmilch, Porridge aus 70 g Haferflocken, 200 ml Mandelmilch und 100 g Mandarinen
- Mittagca. 400 kcal
Porridge aus 70 g Haferflocken, 150 ml Mandelmilch, 125 g Skyr oder griechischem Joghurt 0 %, 75 g Trauben
- Shakeca. 155 kcal
Whey-Shake mit 300 ml Mandelmilch, an Trainingstagen direkt nach dem Training
- Abendca. 450 kcal
Porridge aus 70 g Haferflocken, 150 ml Mandelmilch, 125 g Skyr oder Joghurt, 100 g Mandarinen, 75 g Trauben
- Shakeca. 155 kcal
Whey-Shake mit 300 ml Mandelmilch, alternativ am Vormittag
| Mahlzeit | Inhalt | kcal | Eiweiß |
|---|---|---|---|
| Frühstück | Whey-Shake, Porridge aus 70 g Hafer, Mandelmilch, 100 g Mandarinen | ca. 490 | ca. 37 g |
| Mittag | Porridge aus 70 g Hafer, 125 g Skyr oder Joghurt 0 %, 75 g Trauben | ca. 400 | ca. 24 g |
| Nachmittag | Whey-Shake, an Trainingstagen nach dem Training | ca. 155 | ca. 26 g |
| Abend | Porridge aus 70 g Hafer, 125 g Skyr oder Joghurt, Mandarinen, Trauben | ca. 450 | ca. 24 g |
| Vormittag oder spätabends | Whey-Shake | ca. 155 | ca. 26 g |
| Gesamt | 210 g Hafer, 250 g Skyr oder Joghurt, 1,4 l ungesüßte Mandelmilch, 3 Shakes mit je ca. 30 g Pulver, 200 g Mandarinen, 150 g Trauben | ca. 1.650 | ca. 137 g |
Dazu trinke ich mindestens 2 Liter Wasser oder ungesüßten Tee, an Trainingstagen 2,5 bis 3 Liter. In jeden Porridge kommt eine Prise Jodsalz.
Gemüse fehlt in meinem Plan, und das ist eine persönliche Vorliebe, keine Empfehlung. Wer gerne Gemüse isst, sollte es unbedingt einbauen, zum Beispiel in herzhafte Haferbreie.
Meine Makros
- Kohlenhydrate45 %
- Eiweiß34 %
- Fett21 %
Rechnerisch aus ca. 185 g Kohlenhydraten, 137 g Eiweiß und 38 g Fett, gerundet
Die Kohlenhydrate kommen vor allem aus Hafer und Obst, das Eiweiß zu einem großen Teil aus Whey und Skyr. Das ist Absicht: Mit drei Shakes und Skyr komme ich auf rund 137 g Eiweiß, verteilt auf fünf Mahlzeiten mit jeweils mindestens 24 g. Eine Auswertung von Moore und Kollegen (2015) deutet darauf hin, dass ältere Männer pro Mahlzeit mehr Eiweiß brauchen als junge, um die Muskelaufbau-Signale maximal anzuregen.
Fett ist mit rund 38 g eher knapp, aber nicht zu niedrig. Ein bisschen Fett in den Mahlzeiten ist mir auch wegen der Gallenblase wichtig. Warum, steht im Artikel Gallensteine beim Abnehmen.
Meine Supplemente
- 1 Multivitamin-Tablette zum Frühstück, als Sicherheitsnetz bei einem recht eintönigen Plan
- 1 Omega-3-Kapsel (1 g) zum Frühstück, weil in meinem Plan kein Fisch vorkommt
- 1 Portion zuckerfreie Elektrolyte am Tag, weil ich bei Diäten schnell Kopfschmerzen bekomme
Die Elektrolyte haben einen einfachen Grund: Mein Plan liefert ohne Zusatz nur etwa 1.000 mg Natrium, die DGE schätzt den Bedarf auf 1.500 mg pro Tag. Zusammen mit dem Jodsalz liege ich damit auf der sicheren Seite, ohne zu übertreiben.
Offen ist noch Kreatin, 3 bis 5 g am Tag. Eine Metaanalyse von Liu und Kollegen (2025, 8 randomisierte Studien, 482 Teilnehmende) fand bei älteren Menschen mit Krafttraining etwas bessere Werte bei Beinkraft und fettfreier Masse als mit Placebo. Der Haken für meinen Selbstversuch: Kreatin lagert anfangs Wasser ein und würde meine Kurve verzerren. Wenn ich damit anfange, schreibe ich das hier dazu. Welche Präparate ich bewusst weglasse, steht auf der Seite Supplemente.
Training im Defizit
Mein Training bleibt so, wie es ist: 3 bis 4 Einheiten pro Woche, jeweils etwa eine halbe Stunde, schwere Gewichte und wenige Sätze. Mehr Umfang plane ich im Defizit nicht, denn die Erholung ist mit weniger Kalorien ohnehin knapper.
Mein Ziel im Studio ist nicht, Rekorde zu brechen, sondern die Gewichte möglichst zu halten. Wenn die Kraft über mehrere Einheiten deutlich nachlässt, ist das für mich ein Warnsignal. Den Shake trinke ich an Trainingstagen direkt danach, und eine Hafermahlzeit liegt nach Möglichkeit ein bis zwei Stunden vorher.
Meine Spielregeln
- Täglich wiegen: jeden Morgen direkt nach dem Aufstehen und dem Toilettengang, vor dem Frühstück.
- Nur der Schnitt zählt: ausgewertet wird der 7-Tage-Schnitt, nicht der Einzelwert.
- Woche 1 und 2 bewerte ich nicht: am Anfang leeren sich die Glykogenspeicher, und jedes Gramm Glykogen hängt an etwa 3 bis 4 g Wasser.
- Ein Genusstag pro Woche: geplant, nicht spontan. Ob als Refeed mit mehr Kohlenhydraten oder als freierer Tag, entscheide ich in den ersten Wochen.
- Hausarzt-Check: Blutwerte vor dem Start und nach etwa 6 Wochen: Blutbild, Leber, Niere, Blutfette, Harnsäure, Vitamin D und TSH.
- Kein Durchziehen um jeden Preis: Wenn es mir nicht gut geht, passe ich den Plan an und schreibe das dazu.
Was die Studien zu Genusstagen, Refeeds und Diätpausen sagen, habe ich im Artikel Cheat Day, Refeed oder Diätpause zusammengetragen.
Woran ich merke, dass ich nachsteuern muss
Ein Plan ist nur so gut wie die Bereitschaft, ihn zu ändern. Diese Signale nehme ich ernst:
- Kopfschmerzen oder Schwindel beim Aufstehen über mehrere Tage: zuerst Salz und Trinkmenge prüfen
- deutlicher Kraftverlust über mehrere Trainingseinheiten: Tempo und Eiweiß prüfen
- schlechter Schlaf, ständige Gereiztheit oder Heißhunger: Genusstag und Kalorien überdenken
- ab Woche 3 ein Tempo deutlich über 1 % pro Woche: Kalorien leicht erhöhen
- krampfartige Schmerzen im rechten Oberbauch, Fieber oder Gelbfärbung: sofort ärztlich abklären lassen
Jede Änderung am Plan schreibe ich hier mit Datum dazu, damit du nachvollziehen kannst, was ich warum gemacht habe.
So werte ich aus
Der Tracker ganz oben rechnet automatisch. Damit du die Zahlen richtig liest, hier die drei wichtigsten Kennzahlen.
7-Tage-Schnitt
Der Durchschnitt aller Werte der letzten sieben Kalendertage, der heutige Tag eingeschlossen. Tagesschwankungen von 0,5 bis 1,5 kg durch Salz, Wasser, Darminhalt und Training werden so geglättet. Die Linie im Diagramm ist dieser Schnitt, die Punkte sind die Tageswerte.
Tempo pro Woche
Der Schnitt von heute verglichen mit dem Schnitt von vor sieben Tagen. Der Tracker rechnet das zusätzlich in Prozent meines Körpergewichts um und ordnet es ein. In den ersten 14 Tagen steht dort bewusst nur der Hinweis auf die Startphase.
- langsam: 0 bis 0,25 % pro Woche
- Zielbereich: 0,25 bis 1 % pro Woche
- zügig: 1 bis 1,3 % pro Woche
- sehr schnell: 1,3 bis 2 % pro Woche
Der Zielbereich orientiert sich an der Empfehlung von 0,5 bis 1 % pro Woche für Kraftsportler (Helms und Kollegen, 2014).
Abnahme gesamt
Mein Startgewicht vom ersten Morgen minus den aktuellen 7-Tage-Schnitt. Ich nehme bewusst den Schnitt und nicht den Tageswert, damit ein guter oder schlechter Morgen das Ergebnis nicht verfälscht. Darunter siehst du die Wochenbilanz, und Genusstage sind im Verlauf markiert.
Was ich erwarte und was nicht
Was ich erwarte
- Einen schnellen Rückgang in den ersten zwei Wochen, der größtenteils Wasser ist
- Danach ein ruhigeres Tempo mit Wochen, in denen wenig passiert
- Einzelne Tage mit Hunger, Kopfschmerz oder schlechter Laune
- Dass ich meine Kraft im Training weitgehend halten kann
Was ich nicht erwarte
- Eine gerade Linie nach unten
- Ein bestimmtes Zielgewicht an einem bestimmten Datum
- Dass Hafer von allein Fett verbrennt
- Dass mein Plan für alle anderen genauso passt
Ich nenne bewusst kein Kilo-Ziel. Ein seriöses Tempo liegt für jemanden wie mich bei 0,5 bis 1 % des Körpergewichts pro Woche. Ob ich das schaffe, zeigt sich ab Woche 3.
Der geplante Ablauf
- Vor dem StartHausarzt-Check
Blutwerte, Blutdruck und ein Gespräch über den Plan.
- 17.09.2026Tag 1
Erstes Wiegen am Morgen, der Startwert erscheint im Tracker.
- Woche 1 bis 2Startphase
Viel Wasser, Gewöhnung an den Plan, keine Bewertung des Tempos.
- Woche 3Erste echte Bilanz
Der 7-Tage-Schnitt zeigt, ob die Kalorien passen. Wenn nötig, passe ich in kleinen Schritten an.
- Etwa Woche 6Zweiter Arzt-Check
Blutwerte im Vergleich zum Start, danach entscheide ich über den weiteren Verlauf.
- Nach 2 bis 3 MonatenEnde des Resets
Ehrliche Gesamtauswertung mit allen Zahlen.
- DanachÜbergang
Kalorien schrittweise erhöhen, eine Hafermahlzeit behalten, weiter wiegen.

Mein Plan ist kein Muster für dich
1.650 kcal passen zu meinem Körper, meiner Größe, meiner Muskelmasse und meinem Training. Für eine kleinere Frau wären sie möglicherweise zu viel, für einen großen, sehr aktiven Mann zu wenig. Auch drei Shakes am Tag braucht nicht jeder.
Deine Zahlen berechnest du im Plan-Rechner. Er schätzt deinen Bedarf, setzt ein moderates Defizit an, achtet auf Untergrenzen und stellt Sicherheitsfragen, etwa zu Schwangerschaft, Essstörungen oder Diabetesmedikamenten. Die Berechnung läuft nur in deinem Browser. Wie der Hafer-Reset grundsätzlich funktioniert, steht auf der Seite Die Methode.
Mach mit
Am meisten Spaß macht so ein Projekt gemeinsam. Wenn du auch starten willst, findest du unter Mitmachen alles, was du brauchst. Im Tagebuch trägst du dein Gewicht ein und bekommst dieselbe Auswertung wie ich: 7-Tage-Schnitt, Tempo und Wochenbilanz.
Du musst dafür nicht meinen Plan kopieren und auch nicht am selben Tag starten. Jeder Einstieg ist gut, solange er zu dir passt und du deine Ausschlussgründe vorher geprüft hast. Wer mag, kann seine Erfahrungen teilen. So entsteht hoffentlich wieder, was mir beim letzten Mal am meisten geholfen hat: Menschen, die sich gegenseitig ehrlich den Rücken stärken.
Ich freue mich über jede Rückmeldung, auch über kritische. Und wenn du siehst, dass meine Kurve mal eine Woche lang nicht nach unten geht: Das gehört dazu. Ich schreibe hier, was ich daraus mache.
Häufige Fragen
Wie viel willst du abnehmen?
18 Kilo. Wie schnell das geht, verrät der 7-Tage-Schnitt im Tracker. Das Tempo bewerte ich ab Woche 3, vorher ist es vor allem Wasser.
Warum steht dein Startgewicht noch nicht hier?
Weil ich es erst am 17.09.2026 morgens messe. Ab dann steht es im Tracker oben.
Kann ich deinen Plan einfach übernehmen?
Besser nicht. Er ist auf meinen Körper und mein Training zugeschnitten. Deinen eigenen Plan berechnest du im Plan-Rechner.
Warum isst du kein Gemüse?
Das ist meine persönliche Vorliebe und keine Empfehlung. Wer Gemüse mag, sollte es einbauen.
Was passiert, wenn es mir nicht gut geht?
Dann passe ich den Plan an und schreibe das hier dazu. Durchziehen um jeden Preis ist kein Ziel.
Was machst du nach dem Reset?
Ich erhöhe die Kalorien schrittweise, behalte eine Hafermahlzeit am Tag und wiege mich weiter regelmäßig.
Quellen
- DGE: Referenzwerte Natrium und Chlorid
- Moore DR et al.: Protein ingestion to stimulate myofibrillar protein synthesis requires greater relative protein intakes in healthy older versus younger men, J Gerontol A 2015
- Liu S et al.: The impact of creatine supplementation associated with resistance training on muscular strength and lean tissue mass in the aged, Eur Rev Aging Phys Act 2025
- Kreitzman SN et al.: Glycogen storage: illusions of easy weight loss, Am J Clin Nutr 1992
- Helms ER et al.: Evidence-based recommendations for natural bodybuilding contest preparation, JISSN 2014
- Heymsfield SB et al.: Weight loss composition is one-fourth fat-free mass, Obesity Reviews 2014